"Du bisch doch die Luschtig."

Sagen zuweilen Leute zu mir, die mich von früher kennen. Meist mit der nachgeschobenen Frage:

"Tuesch du nu theäterlä?"

 

Das mit der Bühne hab ich schon länger hinter mir gelassen. Und mich nun dem Schreiben verschrieben. Aber ähm… Bin ich noch die Lustige? Kann und will ich noch die Lustige sein?

Meine auf dieser Website veröffentlichten Texte stammen aus der Zeit ab 2020, als ich die Welt alles andere als lustig fand. Das Schreiben war meine Bewältigungsstrategie, mit den Geschehnissen umzugehen, die mein Kohärenz-Erleben heftig erschütterten. (Oder Dütsch und dütlich und ohne Fremdwort: ich hatte nicht selten das Gefühl, ich werde verrückt.)

Die globale Krise bedeutete für mich persönlich eine fiese miese Krise, die mich tiefgreifend aufwühlen und mein Mind-Set nachhaltig prägen und verändern sollte. Viele meiner bisherigen Glaubenssätze lösten sich in Luft auf, Skepsis machte sich breit und öffnete den Raum für neue Vermutungen, Hypothesen, Theorien, Glaubensansätze, Befürchtungen, Ängste und Hoffnungen. Und all dies seither und weiterhin – work in progress. Mein Leben eine immerwährende Baustelle. 

In einer Zeit, als die Angst vor dem Tod und dessen Vermeidung um jeden Preis omnipräsent war, führte mich meine Schreiberei zunächst (siehe Rubrik Texte) zur Frage von Sterblichkeit und Tod, sowie auf die Fährte meiner religiösen Herkunft und Glaubensfragen aller Arten. Denn – soweit mein provisorisches Fazit – auch wenn wir in unserer heutigen Wertewesten-Gesellschaft uns für aufgeklärt halten und nicht mehr Religion und Kirche unterworfen sind, so sind wir doch dem Bedürfnis nach Glauben unterworfen. Sind nach wie vor anfällig, Propheten, Heilsversprechern und Leadern de toute sortes zu folgen. Als Follower alles Mögliche zu glauben.

In der Rubrik DIY auf dieser Website findet sich ein heilsbringendes Coping-Tool für Aufarbeitungen aller Art. Es ist höchst wirksam, wurde an 8 Mäusen erfolgreich getestet und ist mit keinerlei unerwünschten Nebenwirkungen verbunden.

Aktuell bin ich daran, ein Buch fertigzustellen – meine Variante der Aufarbeitung der vergangenen Jahre. Es soll berühren und unterhalten, mitunter sogar zum Lachen bringen.

Und wer weiss, vielleicht wird mein Alter Ego Erika Tschümperli dann doch wieder theäterlä. Nicht live, aber online. Sie ist neuerdings Franchisenehmerin eines Unternehmens, von dem sie selber nicht genau weiss, wo dieses domiziliert ist und wem es gehört. Jedenfalls hat sie in ihrer Garage kistenweise Produkte lagern, die sie in China bestellt hat und dringend loswerden möchte.

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