Während meiner gesamten Kindheit ärgerte ich mich jedes Jahr aufs Neue, wenn ich die Weihnachtsgeschichte hörte, über die drei Könige: Wenn sie doch so weise waren und in den Sternen deuten konnten, dass Jesus geboren würde, wieso konnten sie dann nicht voraussehen, dass es eine schlechte Idee war, bei Herodes vorbeizugehen und ihm brühwarm von einem neuen König zu erzählen?! Woraufhin Herodes alle Knaben würde umbringen lassen, weswegen Maria und Josef mit Jesus würden fliehen müssen.
Was nach dieser Flucht geschah, in der Zeit bis zu seinem späteren Wirken, darüber gab es im Religionsunterricht keine Geschichten. Es gab Jesus als Baby in der Krippe und dann – zägg – als junger Mann mit Bart, langen Haaren und wallendem Gewand. Es gab keinen Primarschüler-Jesus oder Pubertäts-Jesus. In sämtlichen Geschichten ging es darum, was Jesus als Erwachsener alles bewirkt hatte und wie er schlussendlich gestorben war – und uns damit alle von der Erbsünde befreite.
Und das mit dieser Erbsünde fand ich auch eine seltsame Idee.